Myrath - Review

Karma

Myrath Karma

Inhalt

Das Warten hat sich gelohnt

Als Liebhaber von progressivem Rock und Metal (und dann noch mit einem kleinen Faible für orientalische Einflüsse) war ich doch dieser Tage baff und erstaunt. Fällt mir da völlig unerwartet das neue Album von MYRATH – KARMA in die Hände. Gemunkelt wurde schon lange darüber, aber nirgends gab es ein offizielles Erscheinungsdatum. und auch beworben wurde nichts. Auch die Musikpresse verhält sich noch sehr still, woran das wohl liegt wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Umso mehr war die Freude auf meiner Seite, dass ich das Album in die Hände bekam, um es zu bewerten. Als musikalischen Stil bezeichnen sie ihre Musik selbst als “Blazing Desert Metal”.

Offizieller Termin für die Veröffentlichung über das Label earMusic wäre der 9. September 2023 gewesen. Wurde allerdings kurzfristig auf Januar 2024 verschoben.

Wer ist Myrath?

Myrath, eine tunesische Band, die ich im gleichen Atemzug wie AMASEFFER, ORPHANS LAND oder IGNEA nennen würde, ist doch eher klassischer Metal. Progressiv und mit morgenländischen Klängen durchsetzt. In der aktuellen Besetzung spielen Anis Jouini (Bass), Malek Ben Arbia (Guitars), Zaher Zorgati (Vocals) und Morgan Berthet (Drums) sowie Gastmusiker Kévin Codfert (Keyboards, Backing Vocals). Mit diesem Line-Up wurde KARMA (das sechste Studioalbum) eingespielt, welches das eher durschnittliche Vorgängeralbum SHEHILI locker in den Schatten stellt.

Mehr Info zur Band findest Du hier auf Wikipedia.

Bisherige Alben

Bisherige Alben:
2007: Hope (CD; Brennus Music / Musea)
2010: Desert Call (CD; XIII BIS Records)
2011: Tales of the Sands (CD/CDR; XIII BIS Records)
2016: Legacy (CD/LP; Verycords / Ear Music)
2019: Shehili (CD; Verycords / Ear Music)
2020: Live in Carthago (CD/DVD; Ear Music / Edel)

Gitarrenparts diesmal eher klassisch

Allein die Gitarrenparts klingen diesmal eher klassisch und ohne viel Schnickschnack. Teilweise aggressiv, mit sehr harten Riffs. Die Keyboards sind mehr in den Vordergrund gerückt, der bisher nur schwache symphonische Anteil ist dadurch immens gewachsen. Dies eröffnet für Myrath ganz neue Möglichkeiten, die sie auch wunderbar nutzen. Nicht mehr nur die orientalischen Akzente werden durch die Tasten gesetzt, jetzt übernehmen sie auch öfter eine tragende Rolle in den einzelnen Songs.

Der Opener - To The Stars

Der erste Song “To The Stars” angespielt und schon die erste Überraschung. Ein paar Gitarrenriffs und die Band setzt ein mit sehr progressiven und keyboardlastigen Tönen. Komplexe Harmonien leiten zu einer sehr harmonischen Strophe über, die in einem eingängigen Refrain endet. Kraftvoll, der sich durchaus zu einem Ohrwurm entwickeln kann. Der Sänger Zaher Zorgati legt (im Vergleich zu den vorherigen Alben) noch einen drauf . Der Progressiv-Rockfreund wird sich sicherlich über das Keyboardsolo freuen.

Into The Light

“Into the Light” ist ein Midtempostück, das mit vielen Taktwechseln überzeugt. Der symphonische instrumentale Zwischenpart ist bei Myrath allerdings etwas völlig Neues.

Candles Cry und Let It Go

Sehr am Hardrock orientiert ist “Candles Cry”, bei dem der Bass immer mal wieder in den Vordergrund rückt. Ein echt starker Song.
“Let it go” könnte gut auf einem AOR-Sampler durchgehen – ein Song der das Album noch abwechslungsreicher macht.

Words Are Failing und The Wheel Of Time

Erinnerungen an die alten Myrathalben werden bei “Words Are Failing” geweckt. Jener enthält eine sehr gefällige Melodie, die auch sehr abwechslungsreich instrumentiert ist.

Es folgt “The Wheel of Time”, ein etwas langsamerer Song. Den könnte ich mir schon fast im gängigen Radioformat vorstellen, ohne dass er vor sich hinplätschert. Das wäre sicherlich ein echtes Highlight.

Temple Walls und Child Of Prophecy

“Temple Walls” ist für mich eines der schwächeren Stücke auf dem Album, was aber bei Weitem nichts Schlechtes bedeutet.
Balladesk beginnt “Child of Prophecy”, entwickelt sich dann aber zu einem Konstrukt, das in die Reihe der Bands Pendragon, Riverside oder Sylvan eingeordnet werden könnte. Jedoch wiederum mit viel orientalischen Klängen.

The Empire und Heroes

Gitarre und Keyboards im Wechsel sind das Markante im “The Empire”, aber das Imperium schafft es noch nicht, mich ganz zu fesseln.
“Heroes” zieht das Tempo nochmals an, ein druckvoller Song mit sehr schönen Gitarrenriffs.

Carry On

Zum Ende wird es nochmals symphonisch. Das mehrfach tempowechselnde “Carry on” gibt dem Album zwar einen würdigen Abschluss – hat aber seine Schwächen. Ein wenig habe ich den Eindruck, dieses finale Stück hat eher den Stellenwert eines Füllers.

Myrath live

Fazit:

Myrath beweisen, dass sie ihr bisheriges Potential noch um einiges steigern konnten und einen würdigen Platz auf jedem Prog-Festival hätten. Für mich definitiv eines der Alben des Jahres.

Unsere Wertung

9 von 10

Lies’ doch auch gerne unsere anderen Reviews – hier zum Beispiel über ALICE COOPER.

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